1. L’Esprit du Chemin  eine Herberge von, für und durch Pilger

 

Das Gefecht zwischen Theseus und dem Minotaurus, durch Maître des Cassoni Campana (Anfang 16. Jahrhundert). Das Labyrinth auf dem Gemälde hat denselben Entwurf wie das Labyrinth der Kathedrale von Chartres (> unten).

Der Minotaurus lebte in einem Labyrinth, wo man ihm Menschenopfer dar zu bringen hatte. Der Held Theseus wagte sich in dieses Labyrinth, erschlug das Monster und wußte danach, durch “den roten Faden”, den seine Geliebte Ariadne für ihn gesponnen hatte, den Weg zurück.

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das Labyrinth


Das Labyrinth ist ein gutes Symbol für den (Pilger) weg den man zurücklegt, etwa den Übergang in eine neue Phase des Lebens. Man nimmt Abschied von dem Alten und begibt sich auf den Weg, in das Labyrinth, auf der Suche nach neuen Bedeutungen und Erkenntnissen. Wenn man entdeckt was wirklich wichtig ist, hat man den Kern erreicht, wörtlich und bildlich. Dann beginnt der Rückweg, aus den Labyrinth heraus, forschend, wie dieses neue Form im eigenen Leben, im Alltag für sich und anderen angewandt werden kann.


Die Symbolik des Labyrinths ist bereits Tausende Jahre alt: rund 1400 Jahre v.Chr. wurde es zum ersten mal auf einem Stein aus Knossos auf Kreta, verwandt. Auf Kreta spielte auch der Mythos von Theseus und dem Minotaurus. (> nebenan).

Der Mythos von Theseus wurde unter anderem auf einer Kupfertafel, die früher mitten im großen Umlauflabyrinth der Kathedrale von Chartres befestigt war, abgebildet. Die Tafel ist verschwunden, doch das mittelalterliche Labyrinth besteht noch immer.

Dies ist wieder ein Bespiele dafür, wie das Christentum heidnische Plätze, Rituale und Bilder übernommen hat, indem sie eine neue Bedeutung bekommen haben (> der Sternenweg). In diesem Fall, unter anderem als Symbol für den (Lebens)weg nach Jerusalem. Der Weg durch das Labyrinth ist dann eine Läuterung, ein Übergang von der sündigen Umwelt, hin zum himmlischen Jerusalem. Die Gläubigen legten diesen Weg, mit einem Gebetbuch in der Hand, darum kriechend zurück: Die Kirche war für sie ein Leitfaden im Labyrinth ihres Lebens.

Im 17. und 18. Jahrhundert würdigte man die spirituelle Bedeutung von Labyrinthen nicht länger, im Gegenteil: man empfand sie als “sinnloses Spiel und als eine Zeitverschwendung”. Darum sind alle Labyrinthe aus den großen Kirchen Nordfrankreichs verschwunden, außer dem in Chartres.

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  1. My maze, Geheimnis Labyrinth (Deutschland),

  2. Labyrinthplatz Zürich (Schweiz),

  3. Labyrinthe & Labyrinth-Aktivitäten in Österreich.

Labyrinth in Hildesheim (Deutschland)