1. L’Esprit du Chemin  eine Herberge von, für und durch Pilger

 

heilige Orte


Santiago de Compostela ist neben Rom und Jerusalem einer der bedeutensten Orte des Christentums. Auch andere Weltreligionen haben ihre berühmten Pilgerorte, zum Beispiel der Islam (u.a. Mekka in Saudi Arabien und Jerusalem), der Buddhismus (u.a. Borobudur in Indonesien ) und der Hinduismus (u.a. Varanasi in Indien).


In diesen Orten wird das Göttliche als das Wahre erfahrbar. In Santiago de Compostela umarmen die Gläubigen die Statue von Jakobus hinter dem großen Altar. In Mekka laufen die Pilger während der großen Hadj, der jährlichen Pilgerreise um die Kabaa, dem Zentrum des Islam. Die Terassen von Borobudur führen die Pilger höher und höher zum Nirwana. In Varanasi waschen sich die Gläubigen im heiligen Ganges.






 

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Santiago


  1. Santiago ist der spanische Name für den heiligen Jakobus. Jakobus (der Ältere) war ein Apostel Jesu. Im Codex Calixtinus steht, dass er in Spanien gepredigt hat. Später ist er nach Jerusalem zurückgekehrt, wo er als Märtyrer starb. Sein Leichnam wurde, der Legende nach, nach Spanien überführt. Dort ist er an dem Ort begraben, der heute Santiago de Compostela heißt. Im Codex wird beschrieben, wie das Grab im 9. Jahrhundert entdeckt wurde. Diese Neuigkeit verbreitete sich schnell und Compostela wurde einer der wichtigsten Pilgerorte. Außer in Rom war sonst nirgendwo in Europa ein Apostelgrab zu finden.

  2. Während der Besetzung des heutigen Spanien durch die Mauren im Mittelalter, bekam der friedliebende Apostel eine neue Rolle „zuerkannt“, nämlich die des „Retters in der Not“. Sein Name wurde ein Schlachtruf, sein Beiname „der Maurentöter“. Die Vertreibung der Mauren aus Granada im Jahr 1492 bedeutete das Ende der Reconquista. Im selben Jahr wurde Amerika entdeckt. Dort kämpften die spanischen “Conquistadores” im Namen des Glaubens und des heiligen Jakobus weiter. Zahlreiche Städte und Ort Mittel- und Südamerikas wurden nach ihm benannt. Danach verlor „Santiago“ seine überragende Bedeutung. Erst im spanischen Bürgerkrieg wurde der Heilige wieder als Schutzpatron Spaniens, von General Franco in den Vordergrund gebracht bzw. mißbraucht. Die große Wiederbelebung des Caminos beginnt Ende der 80iger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Franco ist Tod, Spanien eine Demokratie und der Camino wird zu einer Bewegung von zehntausenden, die selbst entscheiden, den Weg zu gehen: friedlich und offen für Begegnung mit anderen Menschen, ungeachtet der Rasse, der Politik oder des Glauben.