der Weg
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Das gehen eines Weges, ist
eine uralte Metapher für das Leben. Für viele Menschen fällt ihr
Entschluß, um auf den Weg nach Santiago de Compostela zu gehen, zusammen
mit einem besonderen Ereignis oder mit einer neuen Phase in ihrem Leben.
Die Wander- und Radwege nach Santiago werden stets besser und über immer
größere Wegstrecken beschildert.
Es gibt unzählige Reiseführer und websites mit hilfreichen
Informationen.
Der andere Weg, der Lebensweg scheint inzwischen stets mehr zu einem
Irrgarten zu werden. Die Entwicklungen werden schneller und schneller,
weltweit.
Unser Zusammenleben wird stets komplexer. Menschen wollen selbst, bei
aller Dynamik, ihre eigenen Entscheidungen treffen und müßen das auch.
Es ist ja undeutlicher geworden, was wir noch miteinander und voneinnader
wollen.
In all der Hektik scheint die
Vergangenheit übersichtlicher und geordneter gewesen zu sein. Ob das
wirklich so war? Nehmen wir den Weg nach
Santiago, den “Camino”. Es scheint so deutlich: Menschen gingen früher
auf den Weg um Gott zu ehren – Punkt! Das soll für viele Pilger so
gewesen sein, und auch heute gehen Menschen aus religiösen Gründen auf
den Weg nach Santiago.
Doch es gab auch andere
Motive, wie z.B. Abenteuer oder Streitigkeiten (der Camino spielt eine große
Rolle bei der Eroberung bzw. Rückeroberung, von den Mauren), als Bußgang
(viele Menschen liefen dem Weg als Strafe für ihre Sünden), Geld (reichere Menschen ließen andere, gegen Bezahlung für sie den Weg
als Bußgang laufen), Handel (der Camino war auch damals schon “big
business, also ein gutes Geschäft für eine Stadt wie Santiago de
Compostela).
Was wir sagen wollen: Leicht
war es damals auch nicht.
Wir wollen uns mit den Fragen nach den Beweggründen und vorallem mit der
Frage: was wir nun mit unserer Pilgerreise nach Santiago und weiter
anfangen.
Wir haben dabei viel gelernt und lernen heute noch viel von anderen, z.B.
von unseren Gästen, so wollen wir hier einige Gedanken und Tipps
aufschreiben, für die, die sie lesen wollen.
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Auf zahllosen websites und in
dutzenden Reise- und Pilgerführern wird viel Wert auf die praktischen
Hinweise zur Pilgerreise, einschließlich von allerlei Packlisten für den
Rucksack gelegt. (Auf Camino de Santiago
geben wir eine Übersicht). Die meisten Fragen die in unserer Herberge an
uns gerichtet werden, drehen sich auch darum: Wie weit ist es? Links herum
oder rechts herum? Wie ist das Wetter? Wo kann ich essen und trinken?
Finde ich immer einen Schlafplatz? Natürlich, auf dem Camino leben Sie
befristet ein anderes Leben und müßen es auch neu einrichten, doch sind
bereits so viele Menschen vor Ihnen gegangen, sodaß es Ihnen sicher auch
gelingen wird.
Dagegen wird viel weniger über
den anderen Weg, den Lebensweg geschrieben. Diese persönliche Dimension
ist natürlich auch viel schwerer “anzugehen”
bzw. zu beschreiben. Umso wichtiger ist es, so finden wir, dieser persönlichen
Dimension besondere Aufmersamkeit bei der Vorbereitung zu widmen. Etwa um
zu vermeiden, von den täglichen Anforderungen oder möglichen Sorgen um
Blasen und Muskelkater, Wetter und Wind, Essen und Schlafplatz, die auf
dem Weg auftreten können, zu stark vereinnamt zu werden.
Wenn Sie bewußt unterwegs
sind, werden Sie Ihre Reise viel intensiver erleben. Es ist dann eine
Reise nach Innen und nach Außen. Nach Außen, weil Sie zu Fuß oder mit
dem Rad einem Abenteuer entgegen gehen. Nach Innen, damit Sie sich auf
Ihrer Tour besser oder noch besser kennenlernen können. Eine Pilgerreise
ist deshalb eine starke Metapher für das Leben und Selbsterfahrung, die
Veränderungen zustandebringt oder verstärkt.
Hiernach gebrauchen wir die
Metapher vom Weg, um etwas von unseren Erfahrungen mitzuteilen. Wir waren
dabei inspiriert durch die Arbeiten des amerikanischen Professors Joseph
Campbell, der etliche Untersuchungen über die mythischen Heldenreisen
angestellt hat. Er hat gezeigt, das diese uns auch heute noch inspirieren
können, da sie uralte Einsichten enthalten, die er in intensiv Bilder übertragen
hat.
Wir haben unsere Reise in
folgende Abschnitte unterteilt:
Bevor wir uns auf den Weg
machen, wollen wir nochmals betonen. dass es um eine Metapher unserer
Erfahrungen und Einsichten geht. In der Praxis soll jeder seine eigene
Reise unternehmen, so wie im wahren Leben, denn dies hat ja auch tausende
und noch mehr unterschiedliche Gesichter!
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Das Buch von Joseph
Campbell: "The Hero with a Thousand Faces"
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Esprit-Karten
(neu!)
Die
Pilgerherberge
“L’Esprit du Chemin” hat 24 “Esprit-Karten" gemacht, mit Fragen,
Anregungen und Zitaten für unterwegs. Wir empfehlen zuerst diese Rubrik,
"Der Weg`, ganz zu lesen, bevor du die Karten benutzt. Du kannst die
Karten umsonst benutzen:
- Tipps
für: Drucken, Größe und Gebrauch der Esprit-Karten,
- die
24 Esprit-Karten und eine Anfangskarte.
Achtung:
Die Karten und die Hinweise sind im "PDF-Format" gespeichert. Um
sie ansehen und drucken zu können, brauchst du das Programm `Adobe
Reader`. Du kannst es durch Klick auf diesen Button kostenlos
herunterladen:
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Fragen

Anregungen, und
"Zitate"
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Der Weg: der Aufruf
Für viele Menschen ist der
Camino eine sehr wichtige Etappe auf ihrer Lebensreise. Eine Etappe, bei
der sie etwa bestimmte Erfahrungen verarbeiten, um Abschied nehmen
können (z.B. vom Beruf,
von geliebten Menschen, von alten Lebensmustern), aber auch um einen
Neubeginn in eine neue Zukunft zu starten.
Deshalb schrieb Joseph Campbell über den Aufruf an den Helden, zu seinem
Abenteuer aufzubrechen.
Wie z.B. die Ritter aus König Arthurs Tafelrunde aufgerufen wurden, nach
dem heiligen Gral zu suchen. Dies war ein Aufruf der von außen kam. So
ist für viele Menschen auch heute ein besonderer Anlaß der Grund, um
mit dem Rad oder zu Fuß auf den Camino zu gehen. Aber es kann auch ein
Aufruf von innen heraus sein, eine Stimme in einem selbst, die einem sagt,
dass es nun an der Zeit ist, auf den Weg zu gehen, im wortwörtlichen
Sinn oder bildlich. Von einigen Gästen hören wir, dass sie schon seit 10
Jahren und mehr wissen, das sie nach Santiago “müssen”. Sie konnten
aber, trotz allerlei Gründe, nicht früher dem Aufruf Gehör schenken.
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Der heilige Gral und die Ritter aus
König Arthurs Tafelrunde
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Der Weg: die Abreise
Auch
die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Da ist der Beschlss,
tatsächlich auf den Weg zu gehen, um das Bekannte und Vertraute hinter
sich zu lassen, aber auch um zu sehen, was auf einen zukommt, kurzum: um
“Pilger” zu werden ( abgeleitet aus dem lateinischen Wort
“peregrinus”, was “Fremdling” bedeutet).
Regelmäßig
hören wir von unseren Gästen schöne, inspirierende Geschichten über
die Art und Weise, wie sie den Beginn ihres Pilgerweges, den tatsächlichen
Start gefeiert haben, etwa durch ein Abschiedsfest oder durch eine
Segnung. Wieder andere nehmen etwa einen Stein mit, als Erinnerung an
einen geliebten Menschen oder als Symbol für eine Last, die man unterwegs von sich
abwerfen will.
Das
Cruz de Ferro in den Bergen hinter Astorga ist so ein Platz, wo viele
Menschen ihren Stein ablegen und zurücklassen.
Beim
Abschied stehen diejenigen, die losgehen, meist im Mittelpunkt. Aber
bedenken sie auch, dass ihre Reise auch großen Einfluss auf diejenigen
hat, die zu Hause bleiben. Dies ist auf jeden Fall die Erfahrung von
vielen: eine wichtige, eigene Veränderung hat auch immer Einfluss auf
die anderen.
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von:
Gabriel
Martinez-Almeida
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Der Weg: die Reise
Auch
wenn Sie Ihre Reise noch so gut geplant haben, einmal unterwegs entdecken
Sie, früher oder später, das die Reise doch etwas anders läuft, als Sie
dies bedacht haben. Dies ist das Spannendste bei der Reise aber es kann
auch schwierig sein. Man stellt sich immer wieder die Frage: Warum habe
ich dies begonnen? Alte Modelle und Muster arbeiten nicht mehr. Neue Klärungen
sind nötig.
Wir
mußten dann regelmäßig selbst an den Ausspruch, den wir auf dem camino
oft gehört hatten, denken: Der Weg ist das Ziel ( und nicht Santiago).
Die Herausforderungen denen man begegnet, sind dann nicht so sehr
Hindernisse, die man so schnell als möglich annehmen muß, um irgendwie
anzukommen. So findet man auch neue Möglichkeiten, von denen man Gebrauch
machen kann, wie etwa unvermutete Kraft, Kreativität und Weisheit. Wie
schwer dies manchmal auch ist.
So ist es auch im
Leben: Das Ende kommt “von alleine”, es geht vor allem darum, was man
“unterwegs” unternimmt und wie man dies tut.
Ein
Labyrinth ist ein gutes Symbol für den (Pilger) weg den man zurücklegt,
etwa den Übergang in eine neue Phase des Lebens. Man nimmt Abschied von
dem Alten und begibt sich auf den Weg, in das Labyrinth, auf der Suche
nach neuen Bedeutungen und Erkenntnissen. Wenn man entdeckt was wirklich
wichtig ist, hat man den Kern erreicht, wörtlich und bildlich. Dann
beginnt der Rückweg, aus den Labyrinth heraus, forschend, wie dieses neue
Form im eigenen Leben, im Alltag für sich ( und auch anderen) angewandt
werden kann.
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Labyrinth (Barcelona, Spanien: Sagrada Familia)

Labyrinth (Graitschen, Deutschland)
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der Weg: die Reisegefährten
Unterwegs lauern natürlich
nicht überall “Gefahren”. Sie sollten auch ihre “Verbündeten”
finden. Wieviel Berichte über den Camino wurden geschrieben die von
inspierenden Begegnungen, großer Gastfreundschaft, vorbehaltloser Hilfe
die angeboten wurde, berichten.
In den großen “Mythen” wurde dabei über “Magie” und “Engel”
auf dem Weg gesprochen.
Der große deutsche Schriftsteller und Philosoph Johann Wolfgang von
Goethe spricht dann auch von der “Vorsehung”: “ In dem Moment das du
dich selbst wahrhaftig irgendwofür einsetzt, kommt auch die Vorsehung in
Bewegung. Da geschehen allerlei Dinge um dir zu helfen, die sonst nicht
geschehen wären.
"
Im Kreuzgang des Klosters von Santo Domingo de Silos (südlich von
Burgos), finden Sie ein prächtiges Relief der Emmausjünger, und
- als ihr Reisegefährte – Jesus, mit Pilgertasche und Muschel:
“Wer ist der Dritte, der immer mit Dir zusammen geht?”, fragen die
Emmausjünger jeden
(aus T.S. Elliot, The Waste Land).
Hilfe kommt nicht allein von
außen, auch von innen. Wir hören von unseren Gästen oft bewegende
Bespiele, die gerade in den schwierigsten Momenten ihrer Reise, eine große,
unvermutete Kraft oder Kreativität in sich selbst entdeckten.
Zum Entdecken von Reisegefährten
gehört auch..... das Abschied nehmen, was manchmal sehr schwer fällt.
Entlang des Caminos entstehen Freundschaften für das Leben. Manchmal
fragen wir uns, warum Menschen zusammen reisen, auch wenn sie sich, im übertragenen
Sinne, nicht verstehen können. Ist dort doch noch eine tiefere
Verbundenheit? Oder.... ist es vor allem die Scheu davor, alleine weiter
zu gehen? Wenn es das Letztere ist, können wir Ihnen lediglich raten:
schreiten Sie darüber hinweg. Sie werden sehen, dass sie danach mehr denn
je offen sind für neue Begegnungen.
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Engel (Santo Domingo de Silos, Spanien)

Emmaüsgangers und Jezus
(Santo Domingo de Silos)
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der Weg: das Ankommen
In der Metapher vom Weg
bedeutet das Ankommen, das man den wesentlichen Kern erreicht hat, das man
weiß, was wirklich wichtig für einen selbst ist (siehe auch den Part über
das Labyrinth, bei “die Reise”).
Auf dem camino bedeutet die
Ankunft vor allem: das Ankommen in Santiago de Compostela oder in Cabo
Fisterra, dem Kap am Ende der Welt. Es kann natürlich gut sein, das
man dort ankommt ehe etwa Fragen mit denen man auf den Weg ging,
beantwortet wurden.
Vielleicht wird auch darum so oft gesagt: Der Weg ist das Ziel. Irgendwie
ist es logisch, dass, zumindest teilweise, der konkrete Endpunkt ein Ziel
für sich wird. Und lassen wir ehrlich sein: das Erreichen dieses Zieles
ist für sich genommen, eine Leistung von Format.
Am Cabo Fisterra folgen viele einem uralten Ritual, um damit, durch ein
symbolisches Abschied nehmen von “dem Alten”, und damit auch der
Beginn von “den Neuen”, zu markieren, beispielsweise durch ein altes
Kleidungsstück das in die See geworfen oder verbrannt wird.
Die Ankunft in Santiago kennt
wunderbare Rituale: Seine Hand auf die Jakobssäule, am Portigo de la
Gloria (dem romanischen Portal der Kathedrale), zu legen, eine Pilgermesse
zu besuchen (ob mit oder ohne dem schwingenden Weihrauchfaß, dem botafumeiro), dem erneuten Treffen mit früheren Reisegefährten,
und dem.... Abschied.
Für manche ist Santiago doch
vor allem eine Enttäuschung, durch den großen Trubel und die vielen
Touristen in der Stadt. Einzelne beschließen noch am selben Tag der
Ankunft abzureisen, sogar mit dem Flugzeug. Nach Wochen und Monaten die
sie gelaufen oder gefahren sind, werden sie dann mit 1000km in der Stunde
nach Hause zurück geworfen. Eine Anzahl von ihnen spüren, zurück-blickend,
ein Bedauern über diesen abrupten “Abschied”.
"... und hoffe
nicht, dass Santiago dir Reichtum gäbe.
Santiago
gab dir die schöne Reise ... "
(Frei nach dem Gedicht Ithaka,
von Konstantinos Kavafis)
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Cabo Fisterra
Botafumeiro

Ankunft in Santiago
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der Weg: das nach Hause
kommen
Doch auch wenn Sie
sich die Zeit für einen guten Abschied nehmen – vom Leben in den Tag
hinein auf dem Camino, von den Reisegefährten, von Santiago - dann fällt
es zu Hause doch oft schwer den “Draht” aufrecht zu halten.
Das ist auch unsere eigene Erfahrung. Wenn die Pilgerberichte zu Hause erzählt
sind, das Tagebuch vervollständigt ist, die Fotos eingeklebt sind, dann
bleibt die Frage, wie die Erfahrungen und Einsichten vom eigenen Camino in
das Alltagsleben umgesetzt werden können. Das ist schon schwierig genug.
Es kommt so viel auf einen zu, wenn man wieder zu Hause ist. Vielleicht
beginnt der Weg erst nun? Stückchen für Stückchen verstehen Sie was der
Weg für Sie bedeutet.
In
diesen Momenten können die Erfahrungen ihres Weges ihnen zu Hilfe kommen.
Schritt für Schritt gehen Sie weiter, gerade auch wenn es ungünstig ist.
Mit Vertrauen in sich selbst und in die Reisegefährten. Mit Glaube, denn
Sie folgen weiterhin ihrem Traum? Gestärkt, weil Sie wissen das viele vor
Ihnen den langen, beschwerlichen Weg gegangen sind.
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Der Kreuzweg von San Juan de Gaztelugatxe, an
die Küste, nördlich von Gernika (Camino del Norte)
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Aus allen Teilen der Welt
machen sich Leute auf den Weg nach Santiago de Compostela, aus
verschiedenen Gründen, Jung und Alt. Zu Fuss, auf dem Fahrrad oder selbst
auf dem Pferd.
Einer
nimmt sich die Zeit, der andere ist zeitgebunden. Viele suchen die
Einfachheit und die Gesellschaft in „refugios“ (Pilgerherbergen),
andere legen mehr Wert auf Luxus und Intimsphäre. Die Vorbereitungen sind
also für jeden anders.
Dasselbe gilt für die Auswahl Ihrer Ausrüstung. Einer darf als Wanderer
höchstens 10% des Körpergewichts an Gepäck mitnehmen, bei dem anderen
darf es 15% sein.
Letztendlich hängt es natürlich zusammen mit Ihrer Erfahrung und
Kondition und der Saison in der man anfängt und mit der Auswahl der
Strecke (auf den vielbelaufenen Strecken sind viele „refugios“).
Eines ist sicher: viele Leute nehmen zuviel Gepäck mit. Das sieht man
dann erst ein, wenn man bei uns durch die steilen Gasse hinauf geht
und nachdem auch noch die Berge sieht.
Das Postamt in Saint-Jean- Pied-de-Port macht gute Geschäfte mit den
vielen Leuten, die Kilos Gepäck nach Hause schicken. Und in unserer
Herberge lässt man regelmässig Gepäck zurück.
Deshalb
einige Hinweise:
- Feste
Wanderschuhe sind notwendig, Bergschuhe nicht
- Vor
allem auf den vielbelaufenen Wanderstrecken braucht man kein Zelt und
keine Sachen zum kochen; es gibt genügend zahlbare Gaststätten
- Im
Sommer genügt ein dünner Schlafsack oder ein Bettuchsack. (In den
„Refugios“ sind keine Bettücher zu bekommen)
- Fast
überall gibt es Gelegenheit um die Kleider zu waschen; man braucht
nicht viel Ersatzkleidung mit zu nehmen
- Die
vielbelaufenen Wanderstrecken sind gut bis ausgezeichnet beschildert,
man braucht keine Wanderkarten mitzunehmen
- Eine
gute Wasserflasche oder eine guter Wassersack reicht; wenn es sehr
warm ist kann man extra Wasser in Plastikflaschen mitnehmen.
- Auch
in Spanien kann es tüchtig regnen;
ein gutes Cape hält dich selbst nicht nur trocken sondern auch deinen
Rucksack
- Es
kann mal vorkommen dass auf dem Boden geschlafen werden muss; nimm
deshalb eine Matte mit ( ist auch nützlich bei einer Pause unterwegs).
Der
Camino ist eine gute Möglichkeit, das tägliche Leben eine kurze Zeit zu
vergessen. Dazu hören, meinen wir,auch die Alltagsgeschäfte. Sie werden
erstaunt sein, wie wenig man letzendlich braucht. Ausserdem kommt man
unterwegs regelmässig an Läden vorbei und ..... vielen hilfsbereiten
Leuten. Vertrauen
Sie darauf und auf sichselbst!
Letzte Tipp:
"In 2000 Michel
Besson has founded the
newsgroup "Santiagiobis". Pieter Pannevis, a pilgrim from
Holland, is the principal moderator of Santiagobis. A
very lively and friendly newsgroup that covers all aspects of pilgrimship. Join the newsgroup and do yourself a favour in
preparation: http://groups.yahoo.com/group/Santiagobis/
"
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Ermita de Nuestra Señora de Eunate (Spanien)
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Bereits seit tausenden von
Jahren lassen sich Menschen von den Reisen mythischer Helden inspirieren.
Wer kennt sie nicht?: Die Rückreise von Odysseus nach dem Fall Trojas,
oder die Suche der Ritter von König Arthur nach dem heiligen Gral.
Als der heilige Gral, wird der
Kelch bezeichnet, den Jesus beim letzten Abendmahl benutzte – oder in
einer anderen Version – der
Kelch, der das Blut Jesu aufgenommen hat, als er am Kreuz hing.
Der Gral befand sich in einer
verborgenen Burg, wo der schwer verletzte König Amfortas lebte. Dieser
kann alleine dadurch genesen, und auch sein Königreich vor dem Untergang
retten, wenn ein Ritter die Burg findet und ihn nach der Bedeutung des
Grals und seiner Wunden fragt.
Parcival ist einer von den
drei Rittern Arthurs, der die Burg findet, doch er versäumt die rechte
Frage zu stellen. Dann beginnt seine jahrelange Wanderung durch einen
unermesslich ausgedehnten Wald, wobei er durch zahllose Aufträgen zum
Stillstand kommt. Letztendlich findet er die Burg erneut, und tut, geläutert
durch seine Reise, das Richtige. Er heilte den König und wurde in der
Folge selber der neue Gralkönig.
Die Suche von Parcival ist
eine gute Metapher für die Entwicklungen, die wir als Menschen, jeder für
sich, durchmachen. Mit
hinfallen und aufstehen. Mal fühlen wir uns im Wald gefangen oder wir
schicken uns selber in diesen Wald hinein, und hin und wieder gehen wir
auch durch ein tiefes Tal ( Par–ci–val bedeutet: durch das Tal).
Es sollen natürlich allzeit
Menschen geben, die die Symbole und die Metaphern wörtlich nehmen. Im
Mittelalter konnten fromme Pilger, alleine in Aragon an drei Orten entlang
des Caminos, etliche heilige Grale anschauen: in San Juan de la Peňa,
in einem in der Nähe gelegenen Kloster, sowie in Jaca! Auch
in der Kirche von O Cebreiro, am Gebirgspass nach Galizien, hätte
ein Gralwunder platzgefunden. Auch heute noch sind Menschen auf der Suche
nach dem heiligen Gral, unter anderem in den östlichen Pyrenäen!
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letzte Abendmahl (San Juan de la Peña,
Spanien)
am
Kreuz

Parcival
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Hiervor nennten wir
den dunklen Wald als eine Metapher für die Suche im Leben. Andere Mythen
benutzen hierfür als Bild: das Labyrinth. Dieses Bild eines Labyrinths
ist bereits Tausende Jahre alt: Rund 1400 Jahre vor Christus wurde es zum
ersten mal auf einem Stein aus Knossos auf Kreta, verwandt. Auf Kreta
spielte auch der Mythos von Theseus und dem Minotaurus. Dieser Minotaurus
lebte in einem Labyrinth, wo man ihm Menschenopfer dar zu bringen hatte.
Der Held Theseus wagte sich in dieses Labyrinth, erschlug das Monster und
wußte danach, durch “den roten Faden”, den seine Geliebte Ariadne für
ihn gesponnen hatte, den Weg
zurück.
Der Mythos von Theseus
wird unter anderem auf einer Kupfertafel, die früher mitten im großen
Umlauflabyrinth der Kathedrale von Chartres befestigt war, abgebildet. Die
Tafel ist verschwunden, doch das mittelalterliche Labyrinth besteht noch
immer.
Dies ist ein Bespiele
dafür, wie das Christentum heidnische Plätze, Rituale und Bilder übernommen
hat, indem sie eine neue Bedeutung bekommen haben (siehe auch: Der
Sternenweg), in diesem Fall, unter anderem als Symbol für den
(Lebens)weg zum himmlischen Jerusalem. Der Weg durch das Labyrinth ist
dann eine Läuterung, ein Übergang von der sündigen Umwelt, hin zum
(himmlischen) Jerusalem. Die Gläubigen legten diesen Weg, mit einem
Gebetbuch in der Hand, darum kriechend zurück: Die Kirche war für sie
ein Leitfaden im Labyrinth ihres Lebens.
Im 17. und 18.
Jahrhundert würdigte man die spirituelle Bedeutung von Labyrinthen nicht
länger, im Gegenteil: man empfand sie als “sinnloses Spiel und als eine
Zeitverschwendung”. Darum sind alle Umlauflabyrinthe aus den großen
Kirchen Nordfrankreichs verschwunden, außer dem in Chartres.

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Theseus erschlagt der Minotaurus, Ariadne
wartet mit dem roten Faden.

das Umlauflabyrinth der
Kathedrale von Chartres, am Pilgerweg ab Paris
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Odysseus
war einer der mythischen Anführer des griechischen Heeres, das jahrelang
Troja belagert hatte. Er war es, der
die List mit den hölzernen Pferd erdacht hatte, wodurch die Stadt
eingenommen werden konnte. Danach konnte Odysseus endlich zurück nach
Hause, nach Ithaka und zu seiner Frau Penelope. Es sollte eine lange
Seereise werden, voller Gefahren und Abenteuern. Inspiriert durch diese
Reise schrieb der Grieche Konstantinos Kavafis ( 1863-1933 ) sein großartiges
Gedicht “Ithaka”:
Brichst du auf gen
Ithaka,
wünsch dir eine lange Fahrt,
voller Abenteuer und Erkenntnisse.
Die Lästrygonen und Zyklopen,
den zornigen Poseidon fürchte nicht,
solcherlei wirst du auf deiner Fahrt nie finden,
wenn dein Denken hochgespannt, wenn edle
Regung deinen Geist und Körper anrührt.
Den Lästrygonen und Zyklopen,
dem wütenden Poseidon wirst du nicht begegnen,
falls du sie nicht in deiner Seele mit dir trägst,
falls deine Seele sie nicht vor dir aufbaut.
Wünsch dir eine lange
Fahrt.
Der Sommermorgen möchten viele sein,
da du, mit welcher Freude und Zufriedenheit!
In nie zuvor gesehene Häfen einfährst;
Halte ein bei Handelsplätzen der Phönizier
Und erwirb die schönen Waren,
Perlmutter und Korallen, Bernstein, Ebenholz
Und erregende Essenzen aller Art,
so reichlich du vermagst, erregende Essenzen,
besuche viele Städte in Ägypten,
damit du von den Eingeweihten lernst und wieder lernst.
Immer halte Ithaka im
Sinn.
Dort anzukommen ist dir vorbestimmt.
Doch beeile nur nicht deine Reise.
Besser ist, sie dauere viele Jahre;
Und alt geworden lege auf der Insel an,
reich an dem, was du auf deiner Fahrt gewannst,
und hoffe nicht, dass Ithaka dir Reichtum gäbe.
Ithaka gab dir die schöne
Reise.
Du wärest ohne es nicht auf die Fahrt gegangen.
Nun hat es dir nicht mehr zu geben.
Auch
wenn es sich dir ärmlich zeigt, Ithaka betrog dich nicht.
So weise, wie du wurdest, in solchem Maße erfahren,
wirst du ohnedies verstanden haben, was die Ithakas bedeuten.
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Das hölzerne
Pferd

Odysseus und die Syrenen
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